Blitzhypnose


Die Blitzhypnose - oder auch Schnellhypnose - ist einer der faszinierendsten Bereiche der Hypnose. Wer die Blitzhypnose beherrscht, ist in der Lage, einen Menschen in Sekundenschnelle in eine tiefe hypnotische Trance zu bringen. Deshalb wird sie von vielen Menschen auch mit der typischen Vorstellung von "hypnotischer Macht" assoziiert. Es sieht sehr spektakulär aus, wenn ein Mensch innerhalb von Sekunden von einem Hypnotiseur in Trance gebracht wird. Viele Showhypnotiseure setzen deshalb die Blitzhypnose ein, da sie schnell und effizient ist und beim Publikum regelmäßig für große Begeisterung sorgt. Doch die Blitzhypnose ist nicht nur für den Showbereich geeignet, sondern ist richtig eingesetzt ein sehr universelles Arbeitsinstrument für Hypnotiseure, das eine Vielzahl von interessanten Einsatzmöglichkeiten bietet.

Es gibt folgende Arten der Blitzhypnose:

Die "klassische" Blitzhypnose
Unter der "klassischen" Blitzhypnose versteht man ein Verfahren, bei dem der Hypnotiseur und der Hypnotisand beieinander stehen und der Hypnotiseur durch eine spezielle Handbewegung am Kopf des Hypnotisanden diesen dazu bringt, nach hinten zu kippen, was in vielen Fällen zu einem spontanen Übergang in eine tiefe Trance führt. Der Hypnotisand geht in diesem Moment in einen kataleptischen Zustand (der ganze Körper wird steif) und muss aufgefangen werden, da sich dabei alle Reflexe, durch die er sich selbst abfangen könnte, abschalten. Wenn der Hypnotisand sicher zu Boden gebracht ist, befindet er sich in einer Trance, die der Hypnotiseur dann aufgreifen, vertiefen und mit Suggestionen anreichern kann.

Mit dieser Technik werden spontan recht tiefe Trancen erreicht. Oft geht der Hypnotisand in einen somnambulen Zustand über, der als gute Grundlage für Anwendunge, wie sie aus der Showhypnose bekannt sind, gilt. Für therapeutische Anwendungen ist dieser Zustand nicht unbedingt immer der optimalste Ausgangspunkt, da diese Hypnosetiefe häufig nur kurzfristige Effekte möglich macht, die nach der Beendigung der Hypnose oft schnell wieder verfliegen. Um einen sinnvollen therapeutischen Effekt zu erzielen, ist es also notwendig, den Trancezustand in eine andere, langfristiger wirkende Tranceebene zu überführen. Diese klassische Form der Blitzhypnose funktioniert in der Regel nur im Stehen. Dies ist nötig, weil ein wichtiger Faktor die leichte Desorientierung ist, die entsteht, wenn die Katalepsie eintritt und der Hypnotisand leicht nach hinten zu kippen bedingt. Etwa 30-60% der Menschen reagieren auf diese Blitzhypnoseform, indem sie die Balance verlieren und zu kippen beginnen. Doch von diesen Menschen geht nicht jeder sofort in eine tiefe Trance über, weil sich beim leichten Kippen nach hinten doch noch beim ein oder anderen Schutzreflexe einschalten, die den Probanden im letzten Moment wieder vollkommen wach werden lassen.

Energetische Blitzhypnose
Die energetische Blitzhypnose ist mit den Lehren Franz Anton Mesmers zu vergleichen, der schon im 18. Jahrhundert die Auswirkungen energetischer Einflüsse auf den Körper erforschte. Die energetische Arbeit mit Hypnose stützt sich auf Techniken und Vorgehensweisen, die vielen Interessierten bereits aus der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) oder energetischen Techniken wie dem Reiki vertraut sind.

Die Funktion der Meridiane spielt dabei ebenso eine Rolle wie die Sensibilität des Körpers für minimale Energieschwankungen in seinem Umfeld. Gezielt eingesetzt lassen sich so tranceförderliche Prozesse einleiten, die teilweise sehr schnell zu einer tiefen und intensiven Trance führen. Bestimmte Punkte am Körper des Menschen sind sehr sensibel für diese Techniken, so dass einem geübten Hypnotiseur ein paar Handgriffe genügen, um die Trance zu erzeugen.

Vielen Menschen kommt der Gedanke, dass solche Techniken existieren, fremd vor, weil sie diese sich nicht richtig erklären können. Wer sich aber schon einmal intensiver in die Theorien der Akupunktur, der Akupressur und der Reflexzonenmassage eingearbeitet hat, der wird feststellen, dass diese Art der Blitzhypnose auf diesem Weg durchaus erklärbar ist. Ein weiterer Faktor, der bei den energetischen Einleitungsformen eine wichtige Rolle spielt, ist die Sensibilität des Nervensystems für die Körperenergie anderer Menschen. Ein leichtes Streichen oder Kreisen mit der Hand über bestimmten Punkten des Körpers genügt oft schon, um einen deutlichen hypnotischen Effekt zu erzielen.

Blitzhypnose durch Desorientierung und Konfusion
Die Blitzhypnose durch Desorientierung, Konfusion und Überraschung nutzt die Tatsache, dass jede Form von Überraschung oder einer ungewohnten Situation die Suggestibilität (also die Empfänglichkeit für hypnotische "Befehle") des Menschen steigern. Wenn die richtigen Grundlagen geschaffen sind, genügt oftmals schon das einfache Wort "Schlaf!", um eine tiefe Trance zu erzeugen. Um ein Überraschungsmoment bzw. eine ungewohnte Situation zu schaffen, in der sich die Suggestibilität steigert, ist es nicht einmal notwendig, seinen Gegenüber zu erschrecken. Eine kleine Abweichung von gewohnten Normen wie bspw. eine ungewohnte Veränderung im Bewegungsablauf eines normalen Händedrucks kann schon genügen, um für einen Moment das Unterbewusstsein zu "öffnen".

Milton Erickson hat in diesem Zusammenhang den Begriff "Handshake Interrupt" geprägt, der eben eine solche Unterbrechung eines gewohnten Begrüßungsrituals beschreibt. Es gibt noch eine ganze Reihe weitere Formen der Blitzhypnose, die sich Desorientierung und Überraschung zu Nutze machen. Diese Blitzhypnose-Techniken fordern vom Hypnotiseur ein gewisses Maß an Souveränität, Selbstsicherheit und ein wenig Übung. Sie sind aber durchaus vom jedem ohne größere Probleme erlernbar.

Blitzhypnose durch Katalepsie
Die Katalepsie ist eine körperliche Starre, die in Hypnose erzeugt werden kann. Man kann z.B. einen Arm für eine Weile steif werden lassen, im Extremfall sogar den ganzen Körper. Eine bekannte, aber gefährliche Anwendung der hypnotischen Katalepsie ist die kataleptische Brücke in der Showhypnose, bei der ein Proband am ganzen körper so steif gelassen wird, dass er problemlos mit dem Kopf und den Füßen auf zwei Stühle gelegt werden kann und in dieser Position sogar das Gewicht eines Menschen tragen kann, der sich auf ihn stellt.

Von dieser Anwendung ist jedoch dringend abzuraten, da der Proband dabei ernste Verletzungen in der Muskulatur, an den Gelenken oder im Bewegungsapparat erleiden kann. Bei der Blitzhypnose mit Hilfe der Katalepsie nutzt man die Tatsache, dass man einen kataleptischen Zustand auch aus dem normalen Wachbewusstsein heraus (also mit geöffneten Augen ohne vorherige Hypnoseeinleitung) bei vielen Menschen sehr gut erzeugen kann. Tritt erst einmal eine Katalepsie (z. B. am Arm) ein, ist das Unterbewusstsein in der Regel schon so weit vorbereitet, dass eine blitzschnelle elegante Überleitung in eine tiefe Trance möglich ist.

 


Bildergalerien

JoomlaWatch Stats 1.2.9 by Matej Koval