Trancephänomene


Charakteristisch vegetative Veränderungen des Trancezustandes sind:

Trancephänomene der Hypnose
  • Atem (langsamer, flacher)
  • Muskelspannung (geringer oder höher)
  • Herzschlag (meist langsamer) und Blutdruck (meist niedriger)
  • Bewegungen (seltener, geringer, zeitverzögert, leicht ruckartig)

Während des Verlaufs der Trance können unterschiedliche Phänomene auftreten, diese sind:

  • Zeitverzerrung (verlangsamte oder beschleunigte Zeitwahrnehmung)
  • erhöhte Suggestibilität und Lernfähigkeit
  • Aufhebung gedanklicher Beschränkungen
  • vernetztes Denken (gleichzeitige Verarbeitung von Inhalten auf mehreren Ebenen)
  • positive und negative Halluzination (Nicht-Vorhandenes wahrnehmen oder Vorhandenes nicht wahrnehmen)
  • Amnesie und Hyperamnesie (fehlendes und erhöhtes Erinnerungsvermögen)
  • Altersregression und -Progression (Wiedererleben eines früheren Lebensalters bzw. Imagination eines zukünftigen Zustands)
  • veränderte Körperwahrnehmung in Form von Analgesie, Anästhesie, Hyper- oder Hyposensitivität (Schmerzfreiheit, Gefühllosigkeit, erhöhte oder verringerte Empfindlichkeit)
  • ideomotorische Bewegungen (unwillkürliches Zucken), Armlevitation (automatisches Schreiben) u.v.m.
  • Katalepsie (Körperstarre) bzw. Hyper- oder Hypotonie (erhöhte oder verringerte Muskelspannung)
  • Dissoziation (Abkopplung) und Assoziation (neu verknüpfen) von Sinneswahrnehmungen, Emotionen, Wissens- und Vorstellungsinhalten, Erinnerungen sowie einzelnen, körperlichen, seelischen Funktionen.

Hierbei ist die teilweise Dissoziation, bei der das körperliche bzw. das geistige und seelische Erleben als fremd wahrgenommen wird, von der völligen Dissoziation, bei der es nicht mehr wahrgenommen wird, zu unterscheiden.

Körperliche Phänomene

Eine Einleitung in die Trance ruft körperlich messbare Veränderungen hervor. Durch bestimmte Verfahren können spezifische Veränderungen der Aktivitäten des Gehirns nachgewiesen werden. Die leichte Entspannung im Zustand der Trance korreliert z. B. mit dem vermehrten Auftreten von Alpha-Wellen.

Zur Überprüfung der Trance wird ein sogenannter Levitationstest (unwillkürliches Heben eines Gliedmaßes, meistens eines Arms, auf Kommando) eingesetzt. Die vom vegetativen Nervensystem gesteuerten Körperfunktionen zeigen erholungsfördernde Merkmale, z.B. die Reduktion des Herzschlags, Senkung des Blutdrucks, verringerte Ausschüttung von Stresshormonen (Cortisol) sowie erhöhte Immunbereitschaft.

Zu beachtet ist, dass die körperliche Entspannung unter Umständen meistens so groß ist, dass Sprechen nicht mehr möglich ist. Es muss erst suggeriert werden, dass es leicht fällt zu sprechen und sich nur die dafür nötigen Muskeln anspannen. Die Trance wird manchmal als so entspannend für den Probanden empfunden, dass dieser gar nicht mehr aufwachen möchte.

Kognitiv

Unter dem Zustand der Trance können bei Erwachsenen eher untypische, besonders detaillierte, Erinnerungen hervorgerufen werden, welche in der Regel nur bei Kindern bis 5 Jahren auftreten. Bekannt dabei sind außerdem Erinnerungsverlust, doch auch erhöhte Erinnerungsfähigkeit, wobei diese für forensische Zwecke eher unbrauchbar und unzuverlässig ist. Die Amnesie hingegen tritt rein spontan auf und wird vom Unterbewusstsein als Schutzmechanismus eingesetzt.

 


Bildergalerien

JoomlaWatch Stats 1.2.9 by Matej Koval